> MusikerInnen, die auf eigenständige
Art lokale und globale Einflüsse verarbeiten, Traditionelles
mit aktuellen Formen und Techniken neu interpretieren und in ihrer
Musik die kulturellen Wechselwirkungen der Globalisierung reflektieren.»
> Musikerinnen und Musiker, die in einer kritischen Art und Weise
die gesellschaftlichen und politischen Realitäten in ihrer
Heimat thematisieren.»
> MusikerInnen, die als erste, zweite oder dritte Einwanderergeneration
in Europa leben und mit neuen musikalischen Formen experimentieren.
NORIENT NETZWERK
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Kernstück der Vernetzungsarbeit und informatives Rückgrad
sind die norient Artikel von Kulturjournalistinnen, Musikethnologen,
Musikwissenschaftern und Musikerinnen aus Asien, Afrika, Europa,
Süd- und Nordamerika und der Schweiz. Ihre Texte geben Einblicke
in die musikalischen, kulturpolitischen und gesellschaftlichen Realitäten
ferner Musikwelten und helfen mit, klischierte Vorstellungen zu
hinterfragen. Kulturen und Subkulturen sind weder fix noch homogen,
sie verändern sich ständig. In den rasant wachsenden urbanen
Zentren Afrikas, Asiens und Lateinamerikas mischen Musikerinnen
und Musiker aus globalen und lokalen Einflüssen eigenständige
Sounds und reflektieren künstlerische und/oder sozialpolitische
Realitäten. Sie erhalten dank den neuen Kommunikationstechnologien
und der immer günstigeren Phonotechnik neue Handlungsoptionen.
Einige beweisen schon heute: „Moderne“ Stilformen und
Konzepte fliessen schon lange nicht mehr nur vom Norden in den Süden.
Im Gegenteil: Gerade die KünstlerInnen in Afrika, Asien und
Lateinamerika könnten die zukünftigen ExpertInnen in der
Frage sein, wie und in welcher Form lokale Inhalte in einer globalen
Welt bestehen bleiben. Achtung Gegenverkehr!
ABOUT NORIENT - NICE INTRODUCTION BY
CLUB TRANSMEDIALE 2007
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Norient, subtitled an independent network for local and global soundscapes,
is a Swiss-based organisation aiming to develop an understanding
of cultural globalisation. Norient produces, co-produces and curates
large and small projects, locally and internationally. From making
DJ nights to film nights, articles and photographs, Norient creates
and draws connections across the globe.
They organise concerts and meetings around themes of cultural globalisation,
music and censorship, town planning and gentrification. Recent events
include PLAN_B – a multi-media event in Switzerland focussing
on cultural and socio-political questions in Berne. International
musicians and artists were invited to participate in interdisciplinary
activities with local artists. Last year there were also events
with Christiaan Virant, one of the most important representatives
of the underground scene in Beijing, and his FM3 project - a concert,
and a radio show about cultural policy and censorship in rapidly
changing China.
Norient is involved in regular radio and Web radio projects including:
NEUE MUSIK AUS ISTANBUL Schweizer Radio DRS3, and NORIENT IN BEIRUT
live on VibeLebanon.com and they often organise or take part in
international conferences.
The Norient web site acts as a platform for the publication of articles,
and the group also contributes papers to journals, magazines and
conferences. They have released two compilation CDs Sounds from
home - La Suisse Internationale and Mischpult Schweiz -La Suisse
Internationale, and released a documentary film Buy More Incense
(2002) about Indian and Pakistani musicians of second and third
generation in the UK, produced by Thomas Burkhalter and Michael
Spahr.
Norient was founded by Thomas Burkhalter (1973), an ethnomusicologist
and cultural journalist from Bern (Switzerland). He has written
on the music and cultural scenes of cities like Beirut, Istanbul,
Cairo, Duschanbe, Belgrade, and Mumbai for Swiss and international
media.
ABOUT NORIENT - EIN ARTIKEL VON SUSANNA
NIEDERMAYR (ORF)
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Musikplattform Norient - Jenseits der
Weltmusik
Im Zentrum der Arbeit von Norient steht ein Internet-Magazin, gelegentlich
organisiert und kuratiert Norient aber auch Veranstaltungen, sowohl
Diskussionsveranstaltungen, Vortragsreihen als auch Konzerte. Weiters
hat Norient etwa an den CD-Produktionen "Sounds from home"
und "Mischpult Schweiz" mitgewirkt, die einen Einblick
in die Musikszene der in der Schweiz lebenden Migrantinnen und Migranten
geben.
Man hat auch bei der Erstellung eines neuen Lehrmittels mitgeholfen,
das, wie es in einem Text auf der Norient-Homepage dazu heißt,
"die Musik anderer Kulturen für die Volksschule aufarbeitet
und dabei einen Kulturzentrismus vermeidet".Auskunftsbüro
Vor allem aber, so Thomas Burkhalter, seien sie in den letzten Jahren
immer mehr zu einem Auskunftsbüro geworden. Leute aus den unterschiedlichsten
Kontexten - Journalisten, Kuratorinnen, Künstler oder Wissenschaftlerinnen
- würden sie um Kontakte bitten. In jedem Fall sei zu bemerken,
dass der Bedarf danach stetig steige.
Die Anfänge
Der Musikjournalist und Musikethnologe
Thomas Burkhalter ist der Begründer und Chefredakteur der in
der Schweiz beheimateten Musikplattform. Immer wieder, wenn er nach
einer Reise seinen Bericht an diverse Weltmusik-Journale zu verkaufen
versuchte, erzählt er von den Anfängen, wurde er mit der
Frage konfrontiert, welche der von ihm interviewten Musiker denn
einen Vertrieb in Deutschland hätten.
Thomas Burkhalter: "Und dann habe ich eben gesagt: Keiner.
Woraufhin es oft hieß: Kannst du denn nicht vielleicht noch
Goran Bregovic in deinen Artikel reinbringen? Nein, kann ich eigentlich
nicht." Und so sei schließlich die Idee entstanden, selber
eine Plattform zu schaffen. 2004 ging Norient online.
Wachsendes Interesse
"In den letzten Jahren hat sich viel
verändert", so Thomas Burkhalters Bestandsaufnahme. Das
Interesse an den neuen und experimentellen Musikszenen jenseits
der westlichen Metropolen würde beständig wachsen; auch
eine Chance, wie es scheint, endlich den Begriff Weltmusik hinter
sich zu lassen.
Noch vor wenigen Jahren hätten es die meisten Leute nämlich
ziemlich uncool gefunden, wenn er ihnen erzählte, dass er über
die Musik aus anderen Ländern schreiben würde, erinnert
sich Burkhalter: "Dann haben die Leute in der Regel gesagt:
Aha, du schreibst also über Weltmusik. Und ich musste immer
wieder erklären, dass ich eigentlich nicht wirklich über
Weltmusik schreiben würde."
Lokalisierungs- und Globalisierungsprozesse
Heute, führt Burkhalter weiter aus,
interessieren sich wesentlich mehr Leute für die Musik aus
den Ländern Afrikas, Asiens oder Lateinamerikas, allerdings
eben für jene Musik, die nicht die klischierten Bilder der
Weltmusik transportiert, womit auch in seinem Leben die Weltmusik-Branche
immer mehr an Bedeutung verlieren würde.
Vor allem, so Thomas Burkhalter, versuchen er und Norient der Frage
nachzuspüren, wie sich Lokalisierungsprozesse und Globalisierungsprozesse
gegenseitig bedingen, und wie Musik hier hinein spielt.
Ausbalancieren der Machtverhältnisse
Dass er sich in einer privilegierten Position
befindet, ist Thomas Burkhalter durchaus bewusst: "Man ist
immer der 'reiche Schweizer', der eben auch die Möglichkeit
hat, in diese Länder zu reisen und seine Gedanken anschließend
über verschiedene Medien zu verbreiten. Was man tun kann, ist
zu versuchen, mit möglichst vielen Leuten zu reden und möglichst
ehrlich zu sein."
Den Ländern aufgrund des Machtungleichgewichts von vornherein
fern zu bleiben, sei jedenfalls keine Lösung. Stattdessen hält
Thomas Burkhalter auf seinen Reisen auch immer Ausschau nach neuen
Autorinnen und Autoren, die aus erster Hand über die Musikszenen
in ihren Ländern berichten können.
Text: Susanna Niedermayr, Österreichisches Radio Ö1
(Im Archiv von Ö1 findet sich eine 1-stündige Hintergrundsendung
zu NORIENT von Susanna Niedermayr. Ausgestrahlt in der Reihe Zeit-Ton
am 31.5.2007)
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