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Norient – Independent Network for Local and Global Soundscapes - focuses on experimental and urban music and music scenes all over the world. As an international platform it aims to understand and show the many and often contradictory faces of cultural globalization and localization through articles about music, urbanism and politics, «authenticity», «modernity», «place» and «transnational spaces», written by musicians, scholars and music journalists from Asia, Africa, Latin America, Europe and the US. norient also produces and co-produces larger and smaller projects and events.


«EIN PAAR MAUSKLICKS AUF NORIENT. UND DIE WELT KLINGT ANDERS»
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Klick. HipHop in Lateinamerika, Afrika, Asien. Serbische Rapper nehmen Mafia-Bosse und korrupte Politiker aufs Korn und suchen den Kontakt zu ex-jugoslawischen Szenen. Mausklick. Algerische Rapgruppen sprechen Klartext: «Wenn du schweigst, stirbst du, wenn du sprichst, stirbst du auch; also sprich und stirb!» Klick. Maori singen australischen R&B. Klick. Der Beat des Kwaito als Ausdruck der urbanen, weltoffenen Post-Apartheid-Generation Südafrikas. Klick. Chilenen und Exilchilenen experimentieren mit elektroakustischer Musik. Klick. Die palästinensische Sängerin und Oud-Spielerin Kamilya Jubran kontrastiert die Lieder von Umm Kulthum, Mohammad Abdel Wahab und Sayyid Darwish mit den Elektronika des Schweizers Werner Hasler. Klick. Inder, Pakistani und Bangladeschi zweiter und dritter Einwanderergeneration experimentieren in London mit den Skalen und Prinzipien indischer Raga- und Tala-Musik.




«ACHTUNG GEGENVERKEHR!»
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Norient berichtet über die aktuellen musikalischen Strömungen und Entwicklungen aus den vermeintlichen Provinzen der Welt. Neue Musikstile, kulturelle Trends und avantgardistische Kombinationen fliessen schon lange nicht mehr nur vom Norden in den Süden. Sie entstehen zwischen Bejing, Mumbai und Sao Paulo, Istanbul, Lagos und Johannesburg.



Norient fokussiert auf:

 

WE FEEL CONNECTED TO:
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> MusikerInnen, die auf eigenständige Art lokale und globale Einflüsse verarbeiten, Traditionelles mit aktuellen Formen und Techniken neu interpretieren und in ihrer Musik die kulturellen Wechselwirkungen der Globalisierung reflektieren.»

> Musikerinnen und Musiker, die in einer kritischen Art und Weise die gesellschaftlichen und politischen Realitäten in ihrer Heimat thematisieren.»

> MusikerInnen, die als erste, zweite oder dritte Einwanderergeneration in Europa leben und mit neuen musikalischen Formen experimentieren.



NORIENT NETZWERK
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Kernstück der Vernetzungsarbeit und informatives Rückgrad sind die norient Artikel von Kulturjournalistinnen, Musikethnologen, Musikwissenschaftern und Musikerinnen aus Asien, Afrika, Europa, Süd- und Nordamerika und der Schweiz. Ihre Texte geben Einblicke in die musikalischen, kulturpolitischen und gesellschaftlichen Realitäten ferner Musikwelten und helfen mit, klischierte Vorstellungen zu hinterfragen. Kulturen und Subkulturen sind weder fix noch homogen, sie verändern sich ständig. In den rasant wachsenden urbanen Zentren Afrikas, Asiens und Lateinamerikas mischen Musikerinnen und Musiker aus globalen und lokalen Einflüssen eigenständige Sounds und reflektieren künstlerische und/oder sozialpolitische Realitäten. Sie erhalten dank den neuen Kommunikationstechnologien und der immer günstigeren Phonotechnik neue Handlungsoptionen. Einige beweisen schon heute: „Moderne“ Stilformen und Konzepte fliessen schon lange nicht mehr nur vom Norden in den Süden. Im Gegenteil: Gerade die KünstlerInnen in Afrika, Asien und Lateinamerika könnten die zukünftigen ExpertInnen in der Frage sein, wie und in welcher Form lokale Inhalte in einer globalen Welt bestehen bleiben. Achtung Gegenverkehr!




ABOUT NORIENT - NICE INTRODUCTION BY CLUB TRANSMEDIALE 2007
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Norient, subtitled an independent network for local and global soundscapes, is a Swiss-based organisation aiming to develop an understanding of cultural globalisation. Norient produces, co-produces and curates large and small projects, locally and internationally. From making DJ nights to film nights, articles and photographs, Norient creates and draws connections across the globe.

They organise concerts and meetings around themes of cultural globalisation, music and censorship, town planning and gentrification. Recent events include PLAN_B – a multi-media event in Switzerland focussing on cultural and socio-political questions in Berne. International musicians and artists were invited to participate in interdisciplinary activities with local artists. Last year there were also events with Christiaan Virant, one of the most important representatives of the underground scene in Beijing, and his FM3 project - a concert, and a radio show about cultural policy and censorship in rapidly changing China.

Norient is involved in regular radio and Web radio projects including: NEUE MUSIK AUS ISTANBUL Schweizer Radio DRS3, and NORIENT IN BEIRUT live on VibeLebanon.com and they often organise or take part in international conferences.
The Norient web site acts as a platform for the publication of articles, and the group also contributes papers to journals, magazines and conferences. They have released two compilation CDs Sounds from home - La Suisse Internationale and Mischpult Schweiz -La Suisse Internationale, and released a documentary film Buy More Incense (2002) about Indian and Pakistani musicians of second and third generation in the UK, produced by Thomas Burkhalter and Michael Spahr.

Norient was founded by Thomas Burkhalter (1973), an ethnomusicologist and cultural journalist from Bern (Switzerland). He has written on the music and cultural scenes of cities like Beirut, Istanbul, Cairo, Duschanbe, Belgrade, and Mumbai for Swiss and international media.



ABOUT NORIENT - EIN ARTIKEL VON SUSANNA NIEDERMAYR (ORF)
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Musikplattform Norient - Jenseits der Weltmusik

Im Zentrum der Arbeit von Norient steht ein Internet-Magazin, gelegentlich organisiert und kuratiert Norient aber auch Veranstaltungen, sowohl Diskussionsveranstaltungen, Vortragsreihen als auch Konzerte. Weiters hat Norient etwa an den CD-Produktionen "Sounds from home" und "Mischpult Schweiz" mitgewirkt, die einen Einblick in die Musikszene der in der Schweiz lebenden Migrantinnen und Migranten geben.
Man hat auch bei der Erstellung eines neuen Lehrmittels mitgeholfen, das, wie es in einem Text auf der Norient-Homepage dazu heißt, "die Musik anderer Kulturen für die Volksschule aufarbeitet und dabei einen Kulturzentrismus vermeidet".Auskunftsbüro
Vor allem aber, so Thomas Burkhalter, seien sie in den letzten Jahren immer mehr zu einem Auskunftsbüro geworden. Leute aus den unterschiedlichsten Kontexten - Journalisten, Kuratorinnen, Künstler oder Wissenschaftlerinnen - würden sie um Kontakte bitten. In jedem Fall sei zu bemerken, dass der Bedarf danach stetig steige.

Die Anfänge
Der Musikjournalist und Musikethnologe Thomas Burkhalter ist der Begründer und Chefredakteur der in der Schweiz beheimateten Musikplattform. Immer wieder, wenn er nach einer Reise seinen Bericht an diverse Weltmusik-Journale zu verkaufen versuchte, erzählt er von den Anfängen, wurde er mit der Frage konfrontiert, welche der von ihm interviewten Musiker denn einen Vertrieb in Deutschland hätten.
Thomas Burkhalter: "Und dann habe ich eben gesagt: Keiner. Woraufhin es oft hieß: Kannst du denn nicht vielleicht noch Goran Bregovic in deinen Artikel reinbringen? Nein, kann ich eigentlich nicht." Und so sei schließlich die Idee entstanden, selber eine Plattform zu schaffen. 2004 ging Norient online.

Wachsendes Interesse
"In den letzten Jahren hat sich viel verändert", so Thomas Burkhalters Bestandsaufnahme. Das Interesse an den neuen und experimentellen Musikszenen jenseits der westlichen Metropolen würde beständig wachsen; auch eine Chance, wie es scheint, endlich den Begriff Weltmusik hinter sich zu lassen.
Noch vor wenigen Jahren hätten es die meisten Leute nämlich ziemlich uncool gefunden, wenn er ihnen erzählte, dass er über die Musik aus anderen Ländern schreiben würde, erinnert sich Burkhalter: "Dann haben die Leute in der Regel gesagt: Aha, du schreibst also über Weltmusik. Und ich musste immer wieder erklären, dass ich eigentlich nicht wirklich über Weltmusik schreiben würde."

Lokalisierungs- und Globalisierungsprozesse
Heute, führt Burkhalter weiter aus, interessieren sich wesentlich mehr Leute für die Musik aus den Ländern Afrikas, Asiens oder Lateinamerikas, allerdings eben für jene Musik, die nicht die klischierten Bilder der Weltmusik transportiert, womit auch in seinem Leben die Weltmusik-Branche immer mehr an Bedeutung verlieren würde.
Vor allem, so Thomas Burkhalter, versuchen er und Norient der Frage nachzuspüren, wie sich Lokalisierungsprozesse und Globalisierungsprozesse gegenseitig bedingen, und wie Musik hier hinein spielt.

Ausbalancieren der Machtverhältnisse
Dass er sich in einer privilegierten Position befindet, ist Thomas Burkhalter durchaus bewusst: "Man ist immer der 'reiche Schweizer', der eben auch die Möglichkeit hat, in diese Länder zu reisen und seine Gedanken anschließend über verschiedene Medien zu verbreiten. Was man tun kann, ist zu versuchen, mit möglichst vielen Leuten zu reden und möglichst ehrlich zu sein."

Den Ländern aufgrund des Machtungleichgewichts von vornherein fern zu bleiben, sei jedenfalls keine Lösung. Stattdessen hält Thomas Burkhalter auf seinen Reisen auch immer Ausschau nach neuen Autorinnen und Autoren, die aus erster Hand über die Musikszenen in ihren Ländern berichten können.

Text: Susanna Niedermayr, Österreichisches Radio Ö1

(Im Archiv von Ö1 findet sich eine 1-stündige Hintergrundsendung zu NORIENT von Susanna Niedermayr. Ausgestrahlt in der Reihe Zeit-Ton am 31.5.2007)